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USZ: Liegts an den Klinikchefs?

Ist die Unzufriedenheit der Belegung auf Personen oder auf einen Fehler im System zurückzuführen? Ein Wandel ist in Sicht.

Kürzlich konnte man der Presse entnehmen, dass die Spitalchefs allgemein und diejenigen im USZ im Besonderen schlechteste Noten erhielten. Auch bei der jährlichen Befragung der Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung durch das SIWF zeigt sich ein eher düsteres Bild.

In der Vergangenheit sind am USZ fast ausschliesslich männliche Ärzte zu Klinikdirektoren ernannt worden, deren zeitliche Leistungsbereitschaft und wissenschaftlicher Ausweis mehr zählte als deren Führungskompetenz. Als Spezialisten auf ihrem Fachgebiet in einer Expertenorganisation und mit Einsitz in zahlreichen massgebenden Fachgesellschaften und Gremien sowie zum Teil Lehrstuhlinhaber sind sie automatisch mächtig, und für das USZ als universitäres Spital wichtig und fast unverzichtbar. Auch die Karrieren der Ärztinnen und Ärzte sind am USZ von diesen Chefs abhängig.

Generationenwechsel bedeutet heutzutage auch mehr Frauen.

Die nachfolgende Ärztegeneration, männlich und weiblich, ist nicht länger gewillt, illegale Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen und mangelnde Führungskompetenz zu tolerieren. Als Fachkräfte sind sie sobald fertig ausgebildet gefragt, und können heute einfach den Job wechseln.

Das Halten von topqualifizierten Ärztinnen und Ärzten ist daher auch in den Fokus der USZ Spitalleitung, der ärztlichen Direktion und des HR gerückt. Die Autonomie der Klinikdirektoren wird nicht länger als unantastbar angesehen. Es sind Anstrengungen ersichtlich, die Vorgesetzten mehr in ihre Pflicht nehmen, z.B. Arbeitszeiten einzuhalten und Teilzeitstellen anzubieten. Zudem zerbricht man sich derzeit auch auf Spitalleitungsebene den Kopf wie man möglichst rasch mehr Ärztinnen ins obere Kader bringt.

Lösungsorientiert und gemeinsam

Dem VSAO ZÜRICH sind einige Problemkliniken mit schlechter Führung und illegalen Arbeits- oder Weiterbildungsbedingungen bekannt. Diese thematisieren wir regelmässig mit HR und ärztlicher Direktion des USZ, fordern entsprechende Massnahmen und verfolgen deren Umsetzung. Mit unserer neuen online Plattform docdoc sind wir nun noch näher am Puls unserer Mitglieder, und werden über die Problemkliniken und führungsschwachen Klinikchefs wohl noch mehr Informationen erhalten, um uns damit zum Wohl unserer Mitglieder und des gesamten Arbeitsumfeldes USZ einsetzen zu können.

Somit liebe Mitglieder, die am USZ arbeiten, macht doch mit bei unserer Umfrage auf docdoc!

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