Themen / Recht & Arbeit

Wir erklären Ihnen Ihre Rechte

Ausgeglichene Arbeits- und Ruhezeiten sind Teil des Gesundheitsschutzes, da sie sowohl Übermüdungserscheinungen als auch mit der Müdigkeit zusammenhängende Unfälle verhindern. Sie garantieren den Arbeitnehmenden ein soziales Leben, indem beispielsweise der Sonntag als Ruhetag festgelegt wird. Das Arbeitsgesetz legt die Mindestruhezeiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Gestaltung der Schichtpläne fest. Das Arbeitsgesetz (ArG) gilt für alle Assistenzärzte und Assistenzärztinnen und für die allermeisten Oberärztinnen und Oberärzte.

Welche Arbeitsbedingungen gelten gemäss Arbeitsgesetz?

  • Präsenz = Arbeitszeit,
  • maximale Arbeitszeit pro Woche = 50 Stunden, (in abs. Ausnahmefällen + max. 2 h),
  • kumulierte Überschreitungen pro Jahr < 140 h,
  • Arbeitszeit pro Tag maximal 14 h einschliesslich Pausen und allfällige Überzeit,
  • Ruhezeit pro Tag mind. 11 h, aufeinanderfolgend,
  • Nachtarbeit: tägliche Ruhezeit nicht unter 12 h,
  • ununterbrochene Ruhezeit pro Woche: min.1 x 35 h,
  • Pikettdienste pro Monat: maximal 7,
  • besondere Bestimmungen gibt es für Schwangere und Ärzte mit Familienpflichten (vgl. unten).

Wo gilt das Arbeitsgesetz?

  • Alle Assistenzärzte der Schweiz unterstehen dem Arbeitsgesetz,
  • alles privatrechtlich angestellte Personal untersteht dem Arbeitsgesetz,
  • öffentlich-rechtlich angestelltes Personal untersteht teilweise dem Arbeitsgesetz. OA/LA an den folgenden Spitälern stehen nicht unter dem Schutz des Arbeitsgesetzes: Spital Uster, Spital Affoltern, Limmattalspital, IPW Winterthur, Stadtspitäler Triemli und Waid.
  • ausgenommen ist an den an sich unterstellten Spitälern nur das oberste Kader mit grossen Kompetenzen und ökonomischer Verantwortung für grosse Betriebsteile oder den ganzen Betrieb, also höchstens die Chefärztinnen und Chefärzte.

Gesamtarbeitsvertrag (GAV) 2005

Der GAV 2000/2005 gibt zahlreiche Regelungen wieder, die auch im Arbeitsgesetz stehen. Die Vertragspartner haben sich jedoch bemüht, diese Regelungen auf verständlichere Weise darzulegen als dies im Gesetz selbst der Fall ist. Zudem enthält er einige wenige, aber entscheidende Absprachen, die eine möglichst reibungslose Einführung der Bestimmungen des Arbeitsgesetzes sicherstellen. Der GAV gilt derzeit noch an den kantonalen Spitälern.

Nebst dem Arbeitsgesetz gelten je nach Spital aber noch weitere Bestimmungen:

  • kantonale Spitäler wie PUK, USZ und KSW: Personalgesetz des Kantons Zürich, ferner einschlägige Spezialgesetze wie USZG KSWG und (Personal-)Verordnungen, Arbeitsverträge bzw. Anstellungsverfügungen.
  • Stadtspitäler Triemli und Waid sowie andere Einrichtungen der Stadt Zürich: Personalrecht mit Ausführungsbestimmungen der Stadt Zürich, das Assistenzärztinnen- und Assistenzarztreglement AAR und das Kaderärztinnen- und Kaderärztereglement KAR
  • übrige Spitäler: Obligationenrecht oder kantonales Personalrecht als verwiesenes Recht, Personal- und Spezialreglemente, Arbeitsverträge.

Der VSAO ZÜRICH hilft seinen Mitgliedern durch diesen Dschungel!

Mutterschutz und Mutterschaftsentschädigung

Das Arbeitsgesetz sieht für Schwangere und Stillende besondere Schutzmassnahmen (Mutterschutz) vor. Zudem haben erwerbstätige Frauen Anspruch auf 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. Als Entschädigung für den Verdienstausfall erhalten sie 80 Prozent des früheren Erwerbseinkommens, höchstens CHF 196.00 pro Tag. Der Ablauf sieht wie folgt aus:

  • Wer in den neun Monaten vor der Geburt des Kindes obligatorisch in der AHV versichert und mindestens fünf Monate lang erwerbstätig war, hat Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung. Versicherungs- und Beschäftigungszeiten in EU- oder EFTA-Staaten zählen ebenfalls.
  • Die Mutter füllt das Anmeldeformular aus und gibt es dem Arbeitgeber ab. Wenn sie selbständigerwerbend ist, schickt sie das Formular der Ausgleichskasse.
  • Wenn die Mutter während des Urlaubs Lohn erhält, geht die Entschädigung an den Arbeitgeber.
  • Erhält die Mutter während des Urlaubs keinen Lohn, bekommt sie die Entschädigung direkt von der Ausgleichskasse.

Zurück

Vor