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Wieso harzt es immer noch mit den Teilzeitmöglichkeiten von Ärztinnen und Ärzten in gewissen Kliniken, Funktionen und Fachgebieten?

Wieso harzt es immer noch mit den Teilzeitmöglichkeiten von Ärztinnen und Ärzten in gewissen Kliniken, Funktionen und Fachgebieten?

Dieser Frage ist der VSAO ZÜRICH nachgegangen und hat dazu am 19. November 2019 einen Teilzeit-Event an der Universität Zürich organisiert. Das Thema ist auf reges Interesse gestossen. Über 60 Mitglieder fanden den Weg zu der abendlichen Veranstaltung. Zwei Neugeborene im Publikum visualisierten die Aktualität und den Handlungsbedarf.

Nach kurzen Inputreferaten von Frau Dr. med. S. Kisker (Gründerin DoppleDoc), Herr Prof. Dr. med. T. Fehr (ärztlicher Direktor Kantonsspital Graubünden), Frau Prof. Dr. med. K. Landau (Weiterbildungsverantwortliche und Gleichstellungsbeauftragte USZ) sowie Herr Prof. Dr. med. S. Breitenstein (Direktor Departement Chirurgie KSW) konnten unsere Mitglieder moderiert von unserer Präsidentin, Dr. med. Jana Siroka, mit den Referentinnen und Referenten offen und ehrlich, Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken von Teilzeitarbeit erörtern. Noch lange nicht alle zu Wort gekommen, musste die Diskussion leider nach zwei Stunden dann doch abgebrochen werden. Der Bedarf nach einer Folgeveranstaltung war offensichtlich.

Die Thematik ist komplex und hat verschiedene Facetten. Es sind gesellschaftliche Vorurteile, Fragen nach Kontinuität aus Patientensicht und Gründen der Weiterbildung, die mentale Einstellung bezüglich Teilzeit von Seiten Arbeitgeber und die Eigenmotivation des Mitarbeitenden in die Diskussion miteinzubeziehen. Die arbeitende «Rabenmutter» im Gegensatz zum «Rabenvater», existiert in den Köpfen der Bevölkerung nach wie vor. Andererseits stösst ein Arzt, der wegen seiner Familie Teilzeit arbeiten möchte meist auf grösseres Unverständnis als eine Frau. KITA Tarife sind auf ganze Tage ausgelegt, nicht flexibel und deren Öffnungszeiten nicht zwingend mit dem Schichtbetrieb kompatibel.

Kontinuität war das Schlüsselwort des Abends, und zwar für die Teilzeit Mitarbeitenden, die betriebliche Sicht, als auch für die Patientinnen und Patienten. Innovative Modelle, die damit kreativ umgehen sind gefragt. Modelle, welche auch Vollzeit Mitarbeitende nicht benachteiligen und von diesen mitgetragen werden können. Da Teilzeit bei den Chefinnen und Chefs nebst ihren zahlreichen anderen Aufgaben nicht zuoberst auf der Prioritätenliste steht, ist es seitens der Mitarbeitenden ein deutlicher Verhandlungsvorteil, wenn sie nicht nur Bedürfnisse anmelden, sondern Lösungsvorschläge machen. Diese sind geradezu erwünscht! Denn die allermeisten Vorgesetzten sind sich bewusst, dass die Arbeitgeber für die Ärztinnen und Ärzte nur attraktiv bleiben können und genügend Personal haben werden, wenn sie innovative Teilzeitmodelle anbieten können. Verliert aber auch keine Energie auf das Bekehren von sturen Vertretern des bisherigen Systems (dabei wurden mehrfach die Orthopädie genannt), welche den Wandel wohl erst aufgrund Personalmangel einläuten werden.

Es gibt genügend Chefinnen und Chefs, die bereit sind für einen Kulturwandel. Mit der Offenheit und Initiativkraft von den jungen Ärztinnen und Ärzten werden wir die Aufgabe gemeinsam meistern! Wenn ihr eine innovative Idee habt oder auch good practice Beispiele kennt, teilt uns diese doch auf docdoc mit.

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