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Gleichstellungsbüros bestätigen Diskriminierung von schwangerer Ärztin

VSAO ZÜRICH verlangt Anpassung an die Vorgaben des Gleichstellungsgesetzes

Schwangere Ärztinnen in befristeten Anstellungen erhielten bisher nur dann den vollen Mutterschaftsurlaub, wenn dieser vor Ende der Anstellung ganz bezogen werden konnte. Fand die Geburt erst nach Anstellungsende statt, wurde in den meisten Fällen gar kein Mutterschaftsurlaub ausgerichtet. Die betroffenen Ärztinnen erhielten dann nur die deutlich geringere staatliche Mutterschaftsentschädigung.

Es ist ja nicht so, dass die Ärztinnen befristete Anstellungen wünschen, vielmehr bieten die Zürcher Spitäler seit bald zwanzig Jahren den Assistenz- und vielen Oberärztinnen und -ärzten fast ausschliesslich befristete Anstellungen an. Der VSAO hatte deshalb schon länger vermutet, dass schwangere Ärztinnen im Rahmen ihrer unfreiwillig befristeten Anstellung im Fall einer Schwangerschaft / Mutterschaft von den meisten Spitälern wegen ihres Geschlechts diskriminiert werden.

Anhand eines konkreten Falles hat nun der VSAO ZÜRICH eine Einschätzung der Rechtslage von der Fachstelle für Gleichstellung der Stadt Zürich und auch von derjenigen des Kantons Zürich erhalten. Beide Fachstellen erachten die indirekte Diskriminierung gemäss Gleichstellungsgesetz aufgrund der geschilderten Sachlage als erfüllt.

Beide Fachstellen stellen fest, dass die Diskriminierung von schwangeren Ärztinnen nur auf zwei Arten beseitigt werden kann: Mit dem generellen Verzicht auf befristete Anstellungen oder mit einer automatischen Verlängerung der Anstellung schwangerer Ärztinnen bis zum Ende des Mutterschaftsurlaubs.

Betroffen sind vor allem die Assistenzärztinnen. Im Kanton Zürich werden aber sogar Oberärztinnen befristet angestellt, obschon diese sich ja nicht mehr in Weiterbildung befinden. Bis ins Jahr 2000 war es im Kanton Zürich Usanz, sowohl Assistenz- als auch Oberärztinnen und Oberärzte unbefristet anzustellen. Sie waren so wie das übrige Personal durch die arbeitsrechtlichen Sperrfristen etwa bei Krankheit, Unfall oder Schwangerschaft und Mutterschaft geschützt.

Erfreulicherweise ist an einigen Spitälern, wie z.B. an den Stadtspitälern Triemli und Waid, die automatische Verlängerung der befristeten Anstellung von schwangeren Ärztinnen bis zum Ende des Mutterschaftsurlaubs inzwischen umgesetzt worden. Doch gibt es einige Spitäler, Institutionen und private Arbeitgeber, bei denen das bis heute noch nicht der Fall ist.

Der VSAO hat sich daher an alle Weiterbildungsstätten im Kanton Zürich gewandt und verlangt eine flächendeckende Anpassung von Praxis und Reglementen an die Vorgaben des Gleichstellungsgesetzes. Mitglieder, die solche Diskriminierung erfahren, werden vom VSAO bei der Durchsetzung Ihres Anspruchs unterstützt.

 

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