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Drei Gründe für mehr Ärztinnen und Ärzte in der Politik

Unsere Mitglieder Bettina Balmer, David Garcia Nuñez und Frank Rühli wollen die Zürcher Politlandschaft weiterhin bzw. neu aufmischen. Wir haben diese drei Kantonsratskandidaten schon mal einer gründlichen Eigenanamnese unterzogen und sie für Dich auf Herz und Nieren geprüft.

Was bedeutet Dir Dein Beruf?

Bettina Balmer: Mein Beruf als Kinderchirurgin macht mir viel Freude. Ich finde es ein grosses Privileg, dass ich mithelfen darf, kranke Kinder wieder gesund zu machen. Immer wieder werde ich aber mit den auch heute teilweise noch vorhandenen Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie konfrontiert.

David Garcia Nuñez: Meine Tätigkeit als Arzt ist für mich ein Kraft- und Inspirationsort. In den Geschichten meiner Patientinnen und Patienten steckt sowohl die Quelle ihrer Probleme als auch der Ansatz ihrer Lösungen. Meine Aufgabe als Psychiater und Psychotherapeut besteht darin, sie bei der Trennung von ersterem und der Suche nach letzterem zu unterstützen. Eine schöne Aufgabe.

Frank Rühli: Der Arztberuf ist für mich nicht Beruf, sondern Berufung. Zu wissen, dass man direkt oder indirekt Menschen helfen kann ist ein ganz wesentlicher Antrieb.

 

Wieso braucht es Ärztinnen und Ärzte in der Politik?

Bettina Balmer: Das Gesundheitswesen ist nicht nur aus politischer Sicht, sondern auch im Berufsalltag komplex. Ärztinnen und Ärzte wissen, wo die täglichen Probleme im Gesundheitswesen liegen und welche Rahmenbedingungen im Berufsalltag nötig sind, damit das Gesundheitswesen weiterhin gut ist. Wir sehen und kennen auch die Sicht der Patientinnen und Patienten.

David Garcia Nuñez: Weil Gesundheit nicht nur die Summe von biologischen Funktionen ist. Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens ist in voller Blüte und entkernt zunehmend unser medizinisches Handeln. Das ist schädlich für die Person selbst, aber auch für das Gesundheitssystem in seiner Gesamtheit. Deshalb braucht es Medizinerinnen und Mediziner, welche diese Probleme direkt in die Parlamente, Kommissionen und politischen Gremien reintragen.

Frank Rühli: In der Politik braucht es Ärztinnen und Ärzte, weil diese oft einen sehr breiten «Horizont» haben, differenziert denken und es sich gewohnt sind, Probleme und Herausforderungen von verschiedenen Seiten zu betrachten. Zudem ist Gesundheitspolitik immer wichtiger und wir Ärztinnen und Ärzte sind wesentliche Akteure in diesem Bereich. 

 

Wie willst Du Dich in der kantonalen Politik für deine Berufskolleginnen und -kollegen einsetzen?

Bettina Balmer: Als Kantonsrätin habe ich während der letzten vier Jahre immer wieder auf überbordende Regulierung und unverhältnismässige Bürokratie hingewiesen. Ausserdem konnte ich bei gesundheitspolitischen Geschäften mein Wissen aus dem Berufsleben einbringen. Auch setze ich mich dafür ein, dass ein Konsens aus politischen Vorstellungen und praktischem Alltag erreicht wird.

David Garcia Nuñez: Im Kanton Zürich brauchen wir dringend eine verbesserte Koordination zwischen den verschiedenen Spitälern. Als Mitglied der Gesundheitskommission des Gemeinderats sehe ich etliche Möglichkeiten, wie die Stadtspitäler mit dem USZ kooperieren könnten. Doch der politische Wille im Kantonsparlament fehlt. Für die Umsetzung braucht es jemanden mit entsprechendem Fachwissen. Schliesslich profitieren sowohl die Patientinnen und Patienten als auch wir von besseren Arbeitsbedingungen und einer Re-Medikalisierung unseres Berufs.

Frank Rühli: Gerne würde ich mich für ein differenziertes Anpacken der drängenden kantonalen gesundheitspolitischen Fragen einsetzen. Ärztinnen und Ärzte dürfen beispielsweise nicht pauschal als Hauptproblem der Kostensteigerungen angesehen werden. Der Arztberuf muss seine Wertschätzung erfahren und die Ausbildung muss zukunftsgerichtet sein.

 

Welche Botschaft gibst Du Deinen Berufskolleginnen und -kollegen auf den Weg?

Bettina Balmer: Interessiert euch für die Politik und redet mit, es lohnt sich! Denn es ist wichtig, dass die Politik versteht, wie das Gesundheitswesen in der Praxis funktioniert.

David Garcia Nuñez: Bringt Euch ein und engagiert Euch. Mir ist bewusst, wie stressvoll der medizinische Alltag ist, und wie hoch der individuelle Einsatz sein kann. Aber ohne Stimmen aus der medizinischen Welt, werden in den nächsten Jahren gesundheitspolitische Entscheidungen von Menschen getroffen werden, welche noch nie vor einer diagnotischen oder therapeutischen Entscheidung gestanden sind. Und das werden wir alle teuer bezahlen. Die ersten Risse im System (z. B. Schliessung von psychiatrischen Ambulatorien, Ritzen am GAV) sind bereits jetzt ersichtlich. Das interventionelle „Window of opportunity“ ist bis am 24.03. offen. Danach wird man sich nur mit einem grösseren Effort einsetzen können.

Frank Rühli: «Solidarisch» unter Ärzten zu sein, sich als Teil eines komplexen – und auch politischen – Gesundheitssystems zu sehen und sich daher vermehrt aktiv zu engagieren.

 

VSAO ZÜRICH Diagnose

Mit Bettina Balmer, David Garcia Nuñez und Frank Rühli haben wir drei gute Gründe, bei den Kantonsratswahlen am 24. März 2019 mehr Ärztinnen und Ärzte in die Zürcher Politik zu wählen.

 

Die Kandidierenden im Überblick

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