Themen / Besoldung

Wir bieten Ihnen Lohntransparenz

Die Besoldungen der Assistenz- und Oberärzte sind im Kanton Zürich uneinheitlich geregelt. Der VSAO ZÜRICH verhilft mit der Besoldungsauskunft zu mehr Durchblick.

Die Assistenzärztinnen und Assistenzärzte bzw. Oberärztinnen und Oberärzte arbeiten grundsätzlich in Zürcher Spitälern der Zürcher Spitallisten (Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie), und zunehmend auch als Angestellte von ambulanten Praxen oder Diensten.

Das Gehalt setzt sich primär aus dem Grundlohn und der Inkonvenienzentschädigung für Nacht-, Sonntags-, Feiertags- und Pikettdienste zusammen. Bei Oberärztinnen und Oberärzten wird das Gehalt je nach Fachgebiet um einen zusätzlichen, leistungsabhängigen Honoraranteil (aus dem Honorarpool der Zusatzversicherten) erweitert.

Für das Arbeitsverhältnis und dessen Rechtsfolgen ist die Rechtsträgerschaft des Arbeitgebers massgebend, da diese das Arbeitsverhältnis und damit auch die Besoldungssystematik bestimmt.

Im Kanton Zürich gibt es drei verschiedene Anstellungsverhältnisse mit folgender Besoldungssystematik betreffend den Grundlohn:

  1. Die kantonalen Betriebe und Zweckverbände, d.h. Spitäler, deren Rechtsträgerschaft unselbständige und selbständige öffentlich-rechtliche Anstalten und Zweckverbände (Gemeindezusammenschlüsse) sind. In kantonalen Betrieben angestellte Ärztinnen und Ärzte sind kantonale Angestellteund deren Anstellungsverhältnisse sind öffentlich-rechtlich. Damit unterstehen diese angestellten Ärztinnen und Ärzte dem kantonalen Personalgesetz und der kantonalen Besoldungssystematik. Die Anstellung wird hoheitlich verfügt. Dies betrifft folgend Spitäler: USZ, KSW, PUK und IPW. In den wenig verbleibenden Zweckverbandsspitälern, Uster, Limmattal, Affoltern, sind die Arbeitsverhältnisse ebenfalls öffentlich-rechtlich, aber es können auch eigene Personalreglemente und eigene Besoldungstabellen zur Anwendung kommen. Die Anstellung wird grundsätzlich im Einzelarbeitsvertrag vereinbart, aber im Personalreglement wird meistens ebenfalls auf das kantonale Personalgesetz verwiesen. Die Mehrheit der im Kanton Zürich angestellten Ärztinnen und Ärzte arbeitet in kantonalen Betrieben und Zwckverbänden.

    Soweit das kantonale Personalgesetz anwendbar ist, oder auf die Besoldungssystematik des Kantons verwiesen wird, gilt für die Besoldungen Folgendes: Die ärztlichen Funktionen und ihre Zuordnung im Rahmen einer kantonalen Anstellung sind in den Richtpositionsumschreibungen festgelegt (vgl. Regierungsratsbeschluss Nr. 1924/2009, S. 35 und 36). Betreffend Einreihung sind die Richtwerttabellen der kantonalen Verwaltung für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte einerseits und Oberärztinnen und Oberärzte andererseits zu beachten und die konkrete Entlöhnung der kantonalen Lohntabelle zu entnehmen. Für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte ist die Berufserfahrung ab Staatsexamen in Monaten (umgerechnet auf einen Beschäftigungsgrad von 100%) sowie allfälliger Facharzttitel relevant, bei Oberärztinnen und Oberärzten zählt einzig die Berufserfahrung in der Funktion als Oberärztin oder Oberarzt sowie allfälliger Facharzttitel. Ferner sind unter Umständen spezielle Lohneinstufungsmodelle, wie z.B. für das USZ, zu beachten.

  1. Die städtischen Betriebe, dies sind die Stadtspitäler Triemli und Waid, der Stadtärztliche Dienst und die Pflegezenten der Stadt Zürich. Bei diesen angestellten Ärztinnen und Ärzte als städtische Angestelltekommt die städtische Besoldungssystematik im Sinne der öffentlich-rechtlichen städtischen Reglementierung (autonom von der kantonalen Besoldungssystematik!) zur Anwendung. Auch diese Anstellung wird hoheitlich verfügt und nicht vertraglich vereinbart. Zu beachten ist das Assistenzärztinnen- und –ärztereglement (AAR) und die Ausführungsbestimmungen zur Verordnung über das Arbeitsverhältnis des städtischen Personals (AB PR) mit den Definitionen pro Funktionskette. Die konkrete Entlöhnung ist der Städtischen Lohnskala zu entnehmen. Für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte ist einzig die nutzbare ab Staatsexamen in Jahren (umgerechnet auf einen Beschäftigungsgrad von 100%) in Spitälern und Praxen anrechenbar, d.h. ein erworbener Facharzt hat in der assistenzärztlichen Funktion keine Relevanz.
  1. Die Spitäler mit einer privatrechtlichen Rechtsträgerschaft (Aktiengesellschaft, Stiftung, Verein; dies sind Hirslanden, See – Spital, GZO, Bülach, Zollikerberg, Schulthess, Männedorf, Kispi, Balgrist, Paracelsus, Uroviva, Susenberg, Schlössli, Sanatorium Kilchberg, Forel, Wald, Kilchberg, Lengg, Klinik Im Park). Diese stellen Ihre Ärztinnen und Ärzte privatrechtlich an, das heisst mit einem Vertrag, der auf dem Obligationenrecht und auf dem Personalreglement beruht. Es herrscht Vertragsfreiheit und entsprechend Verhandlungsspielraum, etwa für die Vereinbarung des Lohns. Die meisten Spitäler wenden aber 1:1 die kantonale Besoldungssystematik inkl. Lohnklassen und –stufenbezeichnungen an oder verweisen gar in ihrem Personalreglement darauf. Allerdings müssen sich privatrechtliche Institutionen nicht daran halten, es sei denn, ihr Personalreglement verpflichte sie dazu. Spitäler mit privatrechtlicher Trägerschaft verfügen daher beim Lohn meist über einen grossen Ermessensspielraum, sowohl nach oben als auch nach unten.

    Auch ambulante Praxen (vgl. Liste der ambulanten Weiterbildungspraxen im Kanton Zürich gemäss SIWF) unterstehen dem Privatrecht und sind meist als Einzelfirmen oder Aktiengesellschaft ausgestaltet, d.h. deren Angestellte stehen ebenfalls im privatrechtlichen Arbeitsverhältnis.

Die Besoldung im Kanton Zürich ist insgesamt kompliziert und unübersichtlich. Aus diesem Grund bietet der VSAO ZÜRICH seinen Mitgliedern eine individuelle Besoldungsauskunft (telefonisch oder per Email).

 

 

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